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Wie bekomme ich die Idee?

Comic auf dem Klo: Wie man eine Idee bekommt?

Eine Idee für ein Märchen – damit fange ich an. So einfach, so klar, so – ähem: Wo ist die zündende Idee denn jetzt? Warum hält sie sich so gut versteckt? Lässt sich so gar nicht locken?

Nun… Ideen sind kapriziös. Wenn ich auf sie tatsächlich warte, könnte ich durchaus schon eingeschlafen sein, bis sich nur eine einzige präsentiert. Grundsätzlich gilt: Je mehr ich eine Idee will, desto mehr lässt sie sich bitten.

Wie Ideen im Kopf entstehen?

Neurowissenschaftlich erklären die Experten, wie Lutz Jäncke bereits 2013, Professor für kognitive Neurowissenschaft und Neuropsychologie an der Universität Zürich, dieses Phänomen etwas akademischer:

Der präfrontale Cortex lässt zu, dass sich die im Gedächtnissystem gespeicherten Informationen frei und neu kombinieren können.

Übersetzt heißt das: Das Kontrollzentrum im Stirnhirn muss ruhen, bevor wir die bereits gesammelten Informationen zu den überraschenden Kreationen umbilden können, die wir “Idee” nennen. Das dürfte auch der Grund sein, warum man gern von Autoren behauptet, sie hätten ihre besten Ideen unter der Dusche?

Naja… meiner Erfahrung nach tut sich morgens im Badezimmer nix. Auch unter der Dusche oder beim Zähneputzen nicht. Das dürfte für mich wohl noch zu früh sein oder eine zu normale Denksituation. Das Kontrollzentrum ist nämlich in einer solchen derart stark aktiviert, dass es die neuen, ungewöhnlichen Kombinationen bereits gespeicherter Informationen einfach nicht zulässt.

Was also tun?

Jedes Mittel, das dabei hilft, aus den Gedankenzwängen herauszukommen, ist gut.

Also dann: Gehen wir spazieren!

Mein Mittel der Wahl, um aus besagten Gedankenzwängen raus zu kommen? Ich fahre nicht Bus, nicht Trambahn oder Auto – so wenig wie möglich jedenfalls. Eine halbe Stunde zu Fuß unterwegs zu sein, genügt völlig, um mich mit Ideen für die nächsten Blogmärchen zu versorgen. Da feuert mein Neuronennetzwerk, was das Zeug hält.

Der Trick?

Zuerst suche ich mir einen Charakter: Eine Person, der ich gerade begegne, die mich fasziniert oder eben eine Märchenfigur. Da gibt’s ja mehr als genug davon. Meistens springt sofort etwas ins Auge: Eine rote Mütze, ein Elefantenkopf, das Kabel eines Kopfhörers, eifriges Tippen im Smartphone, hektische Flecken, Posieren für ein Selfie… Egal. Die Person ist erst einmal nur dazu da, dass ich weiter fragen kann. Nämlich

Was, wenn… ?

  • Was, wenn die Kamera im Smartphone nur Fotos zukünftiger Ereignisse macht?
  • Was, wenn die Kabel im Ohr die Zeichen einer geheimen Bruderschaft sind?
  • Was, wenn die Mütze ein Geschenk der Großmutter ist?
  • Was, wenn ein Vater dem Sohn den Kopf abschlägt?
  • Was, wenn die hektischen Flecken ständig ihre Position verändern?

Üblicherweise stoppen meine Gedanken erst, wenn ich in der realen Welt dort ankomme, wohin ich aufgebrochen war. Im Café, im Büro, zuhause. Egal wo, dort geht es ans Notieren – Stichworte reichen!

Welche der heutigen Ideen es nun bis zum Märchen schaffen wird?

Wir werden sehen!

PS für Nachahmer: Einen Nachteil gibt es auch. Bekannte und Freunde halten dich schnell für ungezogen. Du grüßt sie nämlich nicht! Dazu bist du zu beschäftigt, dir beim Denken zuzusehen.

Bleib auch die restlichen 26 Tage dabei!
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