Über das Blog

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Was alles zur Kultur gehört, wie heute das “richtige Leben” aussieht, was Werte bedeuten – das wissen wir. Zumindest glauben wir, dass wir es wissen. Sobald wir verreisen, sei es tatsächlich oder nur im Kopf,  schleicht sich Neues ein. Anfangs sind wir fasziniert, entscheiden uns als gute Globetrotter dafür, länger zu bleiben, manchmal sogar für Jahre.  Globetrotter leben in und mit anderen  Kulturen. Für sie

ist Reisen kein befristetes Nebenbei oder ein Urlaub, sondern eine Leidenschaft, die sich als roter Faden durch ihr ganzes Leben zieht und die, wenn es zur Konfrontation kommt, stärker ist als der Wunsch nach beruflichem Erfolg oder nach sozialer Sicherheit. (Trotter 16/17, 1978)

Vielleicht entscheiden sich Globetrotter vorerst einmal für ein Land in der Nachbarschaft oder aber auch eines in Übersee. Wo immer sie halten, Reisende ecken mit der Zeit an. Obwohl sie ihr Verhalten und das der anderen wie gewohnt interpretieren, liegen sie oft “falsch”. Irgendwann wundern sie sich selbst:

Ich war doch vorher nicht so ‘verkehrt’.

Spätestens in diesem Moment wird klar, dass es noch vieles zu lernen gibt: Globetrotter sind in der neuen Kultur ungefähr genauso erfahren wie Kinder.

Sie müssen auch lernen wie diese: Märchen und Mythen helfen, eine fremde Kultur zu verstehen, sie “einzuordnen”. Sie schaffen ein Orientierungssystem, das nicht so sehr auf Bewusstem basiert, sondern auf Gefühltem. Dass Kinder, die sich in der eigenen Kultur erst zurechtfinden müssen, Geschichten hören wollen, akzeptiert nahezu jede/r. Doch dass Fremde – Reisende ebenso wie Immigranten und Flüchtlinge – auf diese Weise leichter lernen könnten, das Andere – die Anderswelt – zu verstehen, ist wenig anerkannt:

Das ist doch alles Kinderkram! heißt es dann.

Ist es das?

In Märchen und Mythen kommt die Kultur selbst zu Wort. Kluge Menschen erweitern mit ihnen ihr Wissen.

Wie setzt das Blog Märchen ein?

In diesem Blog sind alle Märchen zunächst übersetzt und in einen aktuellen Zusammenhang gesetzt. Sinn und Aussage haben wir meist der Gegenwart angepasst. Wir suchen selbst den Anpassungen und deren Bedeutung auf die Spur zu kommen. Dieses Blog will keinen geraden Weg gehen, lieber bummeln, nicht rasen. Umwege sind eingeplant. Sie erhöhen bekanntlich die Ortskenntnis!

Was will ein Globetrotter mehr?

1 Kommentar

  1. Liebe Nebiga,

    haben gerade Deinen aktuellen Text gelesen und sind hin und weg. Soooooooooooo ein berührender und zu Herzen gehender Text, der uns Gänsehaut verursacht hat und viel zu kurz ist!!!!!!
    Liebe Grüße aus Wien
    Deine Kunterbücher

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