Eiserne Zähne der Baba Jaga
Artikel
0 Kommentare

Schwester Wanda Die Alpträume der Baba Jaga

Gut, dass Baba Jaga so zurückgezogen lebt! Schon vor langem ihr Hüttchen auf Hühnerbeinen noch tiefer zwischen die Bäume hineingetrieben hat. Dorthin, wo der Wald so dicht und dunkel ist, dass man die Hand vor den Augen und die Füße auf dem Weg nicht sieht.

Hätte sie nicht früh genug Maߟnahmen ergriffen, müsste Baba Jaga sich jetzt gegen Anhänger wehren, gegen “Fans” und “Followers”, die in Bussen zu ihr pilgern, sie wegen tiefsinnigen Prophezeiungen löchern und Heilsalben von ihr fordern würden.

Sie müsste tagtäglich Menschen riechen, besonders an den Wochenenden. Denn diese stünden Schlange, um “Großmütterchen” zu sehen. Großmütterchen, ha!

Und Baba dürfte sie alle nicht fressen, müsste die vom verlockendem Duft geblähten Nasenlöcher auch noch freundlich kräuseln und sich den menschelnden Fragen widmen – den Nerv tötenden Fragen über die Zukunft der Welt, das Liebesglück einzelner oder die mickrigen Jahre armseliger Leben.

Als würden die weise Alte Nichtigkeiten wie diese interessieren… wie ein Krieg ausgeht zum Beispiel, ob das eine Land mehr Recht hat zu siegen als das andere, wer die kommende Wahl gewinnt und wie lange voraussichtlich jemand an der Macht bleibt. Den Gipfel der Frechheit markieren aber die Fragen zum Ausgang der Spiele von der nationalen Fußballmannschaft.

Baba Wanda, das unglückliche Schwesterchen

Baba-VangaIn Bulgarien zum Beispiel war eine der drei Schwestern, eine der drei Babas, tatsächlich mit dieser Frage konfrontiert worden: Ein Schnauben war das einzige gewesen, was der Wahrsagerin solche Dummheit wert war.

Danach hatte es gleich geheiߟen, zwei Mannschaften mit B würden es ins Finale der Weltmeisterschaft 1994 schaffen. Dass die Bulgaren dann im Viertelfinale gegen Italien verloren, entäuschte hohen Erwartungen.

Sterbliche interpretieren, manipulieren und machen auch nicht vor altehrwürdigen Figuren, vor Mythen und uraltem Wissen halt.

Baba und ihr neues HausHeute hätte Baba Jaga Umsatzsteuer auszuweisen, einen eigenen Registereintrag und eine Website.

Vor ihrem Haus, einem, das extra für sie gebaut worden wäre, würde eine Frau Heilsalben, natürliche Kosmetikas und Fläschchen mit Kräutertinktur an Touristen und Ratsuchenden verkaufen. Diese Frau säße Tag für Tag auf der Stufe, ohne im Geringsten zu ahnen, wie ihr Menschenduft den Appetit der ach so liebenswürdigen, harmlosen, alten Kräutersammlerin im Haus anregt.

Liebenswürdig? Harmlos? Blind sind sie, die Menschen! Blinder als die Seherin selbst. Sie erkennen nicht, wer Baba ist, sehen nicht die Totenschädel mit den glühenden Augen, obwohl diese Tag und Nacht leuchten.

Ach, die Ahnungslosen!

Populäre Prophetin

Auf Youtube-Videos würden Vorhersagen, die angeblich von Baba Jaga stammen, im Wortlaut weiterverbreitet, kommentiert und zur Auslegung der vielgerühmten Schwarmintelligenz vorgelegt.

Sie müsste ungezählten Selfies beiwohnen, die dann mithilfe von Suchmaschinen weltweit aufzufinden sind.

Ihre Lebensgeschichte hätten geschäftstüchtige Männer verfilmt. Im Fernsehen würden Politiker mit ihr auftreten. Hitler war angeblich bei Baba Wanda gewesen – und Todor Schivkov, lange Jahre Diktator Bulgariens, zählte zu den “Stammkunden”. Aufdringlicher, hinterlistiger, verbissener Mann!

Kein Wunder, dass Schwesterchen Wanda sich zum Sterben hingelegt und ihre Seele lieber nach Frankreich geschickt hatte. Sie wußte, dort würde einmal ein Kind geboren, blind, wissend, eigenartig – eine alte Seele.

Wer Baba Jaga alsBaba Jagas Nachto heute um Rat fragen will, muss in die Stille gehen, das Smartphone ausschalten. Es kann den Weg sowieso nicht leuchten.

Wer sie sucht, muss sich jeden Schritt in Dunkelheit ertasten. Die Weise hat sich rar gemacht, dreht ihr Hüttchen nur noch, wenn es dreimal klopft: von der Liebe, von der Seele – und vom Tod. Der Weg zu Baba ist also beschwerlich, sie duldet keine Ablenkung.

Und es ist der Alten egal, ob es gefällt oder nicht. Bei ihr gibt es sowieso keinen Empfang.

 

Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

Wer ist die Hexe Baba Jaga?

Das Federchen des Finist Hellfalke

Wenn die Wölfin heult

Hat dir das Porträt gefallen? Dann teile es doch mit deinen Freunden:

Ganesh Charturi
Artikel

Weil Ganesha eine Frau will…

Ganesha musste seine Eltern überlisten, um heiraten zu können. Sie – und auch seinen Bruder. Dass es ihm tatsächlich gelang, verdankte er vor allem sich selbst. Obwohl…

So richtig klar wurde es ihm erst, als seine Mutter lachte.

Ganesh Chaturthi

Wenn Indien feiert, dann feiert es ordentlich. Zum Geburtstagsfest von Lord Ganesha aber tobt das Land: Städte beben unter tanzenden Füßen, Mauern zittern, Echos hallen durch die Straßen. In Städten, wie Varanasi im Norden des Landes, sausen Geräusche und Gerüche durch die Gassen, prallen gegen die Gemäuer der Tempel genauso wie gegen die Kartonwände neuer Siedlungen. Die Töne der heiligen Gesänge aber folgen den Hauptadern, ducken sich unter den Rufen der Straßenhändler und dem Hupen der Mopeds hindurch, schlängeln sich weiter durch die modrige Hitze der Altstadt bis hin zu den berühmten Ghats, rollen über die Steintreppen und landen schließlich in den Fluten des Ganges.

Varanasi, älteste Stadt und Mittelpunkt des Kosmos, ist Ganeshas Vater, Gott Shiva, geweiht. Tausende Pilger ziehen jedes Jahr in die Stadt, um diesem nahe zu sein. Deshalb gibt es mehr als 200 Tempel. An Ganesh Chaturthi leuchten sie alle – die großen, berühmten genauso wie die kleinen, die versteckt in einer Sackgasse im Strassengewirr der Altstadt auf die Passanten lauern.

Vor einem dieser unscheinbaren Tempel hockt ein Junge auf einer Treppe, fünfzehn Jahre alt – vielleicht sechzehn. Sibi sitzt gleich neben einem Loch in der Mauer, früher einmal ein Fenster, heute die Lücke, die auf einen spärlich bewachsenen Platz führt: den Einheimischen Tempel, den Touristen das Innere einer Tempelruine, deren Mauern mit schreiend bunten Bildern beklebt und mit Girlanden verziert sind. Aufgeschichtete Steine ersetzen Bänke und  auf einem  Steinblock in der Mitte steht ein Opferteller und Kupferpfanne, aus der Weihrauch steigt.

Letzte Sonnenstrahlen fallen durch die Mauerlücke auf die Treppe; sie färben den Holzteller goldorange, der vor dem Jungen platziert ist. Auf ihm ist eine Pyramide Reistaschen – modak – gestapelt. Wer direkt davor steht, dem weht feiner Zimt- und Kokosduft in die Nase. Sibi zeigt immer wieder auf die Süßigkeiten und schreit:

Kauft modak! Geht nicht weiter ohne! Kokos mit einem Hauch Zimt, wie Ganesha es liebt. Drei Stück und schon steht ihr in seiner Gunst. Kauft modak! Drei Stück nur fünf Rupien!

Er hat kein leichtes Spiel, sich gegen  das Geplauder der Gläubigen durchzusetzen: Doch manche schenken den Reistaschen tatsächlich einen nachdenklichen Blick, einige greifen sogar in die Hosentasche, werfen ein paar Münzen hin und kaufen. Sibi ist erst gezwungen zu schweigen, als die Trommeln und Gebete einsetzen. Gegen diesen Lärm kommt er nicht mehr an.

 

Ganesha, bunter ElefantengottGanesha

entferne die Hindernisse Herr,

Verkörperung der Weisheit, Gott des Urklangs, Herr des Ursprungs und Wurzel des Seins!

gewähr uns Glück, gib Vertrauen

du, der du modak in Händen hältst!

Oh Elefantenköpfiger,

Gegrüßt seist Du!

Die Gläubigen außerhalb der Ruinenmauern buhlen ebenso laut um Ganeshas Gunst wie die am Platz im Inneren. So jedenfalls kommt es Sibi vor. Die dicken Mauern dämpfen den Lärm kaum. Dazu kommt, dass sich die Betenden  gegenseitig vorwärts, hin zum Einlass schieben; sie drängen dorthin, wo die Trommeln am lautesten den Rhythmus der Gebete vorgeben; wo der Tempelpriester im Singsang vorbetet. Neben ihm wartet ein katha darauf, endlich anfangen zu können. Der aus Bombay eingeflogene Erzähler ist für die meisten die wahre Attraktion des Abends.

Die Nacht über wird er erzählen.

Deshalb eilen mehr Menschen als sonst in den Freilufttempel. Allein um den katha zu hören – seine Geschichten, seine Gesänge.

Ganesha Elefant Bild schwarzGanesha wollte heiraten! Er fand, er war alt genug dazu und bat deshalb seine Mutter, ihm eine Frau zu suchen. Parvati gefiel der Vorschlag. Sehr sogar! Doch Ganeshas Bruder, Skanda, schmollte.

Bin nicht ich euer Erstgeborener, tapfer und flink, erprobt in vielen Kämpfen. Ich kenne die Welt, führe die Kriege, schütze die Grenzen. Ich verdiene eine Begleiterin, eine Braut. Such zuerst mir eine, bevor du Ganesha eine gibst. Das ist mein Recht. Für ihn spielt es keine Rolle, wie lange es dauert. Er kann warten! Ich aber nicht!

Ihr seht: Sogar in göttlichen Familien gibt es Probleme. Parvati hatte ihre Söhne gleich lieb. Wem also sollten sie den Wunsch zuerst erfüllen? Skanda, dem Älteren, oder doch lieber Ganesha, der ja zuerst gefragt und erklärt hatte, für eine Beziehung bereit zu sein. So bescherte Ganeshas einfache Bitte schlaflose Nächte.

Von einem der gehen will…

Die Trommeln verstummen, die Gebete auch. Ein Straßenhund will sich zwischen die Gläubigen innerhalb der Mauern zwängen. Doch so mager er auch ist, er findet keine Fleckchen mehr für sich. An der Mauerlücke staut sich eine Menschentraube – und immer noch stoßen weitere Neugierige dazu. Keiner will die Geschichten  verpassen, alle wollen sie lauschen.

An diesen Wartenden rempelt sich ein etwas älterer Junge vorwärts. Er duckt, schubst und schiebt sich an jenen vorbei, die in seinem Weg stehen. Eigentlich hält er nur dann, um etwas zu entgegnen, wenn sich jemand beschwert. Bald hockt er sich neben Sibi nieder.

Wie lange sitzt du schon hier?

Zwölf modak lang. So viel hab ich verkauft.

Davon weiß Mutter nichts, oder?

Natürlich nicht! Aber wer opfert schon so viel von dem Zeug? Drei reichen ja auch. Es schadet nichts, wenn ich ein bisschen verdiene. Jede Rupie zählt jetzt.

Du willst wirklich gehen?

Was bitte hält mich hier?

Familie? Freunde? Indien! Hier ist alles vertraut. Dort wird nichts so sein, wie du’s gewohnt bist.

Sibi grinst zufrieden. Doch bevor er etwas entgegnen kann, zischt jemand…

Schscht… Seht! Er hebt die Hände, seht, er verneigt sich…

Wie sieht er aus? Was hat er an?

Drei Tage Bart?

Oha, der ist ja kugelrund

Grau, er ist grau!

Was tut er jetzt? Hat er schon angefangen?

Hey kann jemand hören? Gebt weiter, was er sagt…

Wie? Was…?

Ach seid doch still!!!

Ganesha Elefanten BildDie rettende Idee kam Parvati morgens in jener Stunde, da Augen sehen, Ohren hören und Körper fühlen, aber der Geist träumt. Die Stunde eben, in der die Illusion der Welt am durchlässigsten ist. Sie weckte ihren Mann: Sollte sie es wirklich wagen? Würde es nicht zu schwer für sie selbst? Shiva brummelte nur. Da müsse sie durch. Es wären ja Jungs, sagte er und rief seine Söhne.

Ganesha und Skanda ließen sich nicht zweimal bitten, ahnten sie doch, dass ein Richtspruch bevorstand. Sie traten im feinsten Staat vor ihre Eltern hin.

Parvati hielt die Hand ihres Mannes, als sie sprach:

Ich suche einem von euch eine Frau. Demjenigen nämlich, der als erstes zurückkommt, nachdem er die Welt umrundet hat.

Kaum hatte er es vernommen, lief Skanda los. Er sprang auf sein Reittier – in seinem Fall ein Pfau – und verschwand bald am Horizont.

“Na toll”, murmelte dagegen Ganesha. Er dachte an sein Reittier: Eine Maus. Dann betrachtete er seinen Bauch… Abwarten und Tee trinken! – schien ihm die bessere Idee zu sein.

Und so kam es, dass der Weise, Vyasa, Lord Ganesha zuhause vorfand, als er dessen Hilfe brauchte.

 …. und von einem, der bleibt

Sibi lehnt sich weit zur Seite, nahe an das Ohr seines Bruders.

Siehst du, Jaimyn. Skanda macht es genau richtig! Schnell weg, die Chance nutzen… Google, Apple, Microsoft – Im Silicon Valley liegt meine Zukunft, sagt Onkel, nicht hier.

Aber alles ist doch da! Indien braucht uns doch auch. Dringend sogar! Wozu weggehen? Ob du hier studierst oder dort… Was kann das schon für einen Unterschied machen?

Onkel meint, es liegt an der Ausbildung. Wer in USA das Kodieren lernt, hat ausgesorgt. Komm doch mit, für dich ist es sicher auch besser…

Ich? Ach nee…

Warum nicht?

Der Weihrauch vom Altar durchsetzt mittlerweile die Luft, kratzt im Hals, juckt in der Nase. Selbst Sibi niest. Der Erzähler räuspert sich und richtet seinen Turban.

Lord GaneshaVyasa, der Weise, barg Verse in seinem Kopf. 100 000 um genau zu sein. Sie wollte er niedergeschrieben wissen. Er wollte dem indischen Volk das längste und vollständigste Gedicht der Welt schenken: das Mahabharata. Ein Gedicht über die Welt. Alles sollte darin zu finden sein – und was darin nicht erwähnt war, sollte es auch sonst nirgends geben.

Doch der Weise hatte Angst. Was, wenn er es nicht rechtzeitig beenden konnte? Seine letzten Jahre nicht ausreichten, um all die Verse niederzuschreiben? Deshalb suchte er Lord Ganesha und beugte sein Haupt.

Hilf mir zu schreiben, oh Herr! Beseitiger der Hindernisse

Das geht jetzt nicht. Es würde mich zu sehr aufhalten, Vyasa. Ich muss die Welt umrunden.

Ohne dich schaffe ich es aber nicht! Soll Indien wegen dir ohne mein Gedicht bleiben?

Hmm… Na gut, aber mach schnell! Wir haben nicht viel Zeit. Ich schreibe, auf keinen Fall jedoch warte ich auf dich. Diktiere durch! Kein Halt, kein Nachdenken…

Einverstanden. Eine Bedingung habe aber auch ich: Du musst den Sinn von dem verstehen, was du schreibst.

Und Ganesha schrieb. Während sein Bruder, Skanda, die heiligen Stätten der Welt aufsuchte – die Stadt Uruk zum Beispiel, den griechischen Berg Athos, Jerusalem, Tibet und die heilige Pilgerstadt Mekka – während der also pilgerte, notierte Ganesha Alles. So schnell schrieb er, dass sein Stift nach kurzer Zeit entzweisprang. Damit er nicht innehalten musste,  brach er seinen Stoßzahn ab und verwendete von nun an diesen.

Vyasa hatte seine liebe Not, mit dem Gott Schritt zu halten. Verzweifelt griff er zur List, den Sinn seiner Verse hinter Bildern zu verstecken. Das verlangsamte Ganesha ein bisschen: Er musste ja die Bedeutung erst finden.

Zur gleichen Zeit, als Skanda die heiligen Stätten endlich alle abgeklappert, die anderen Götter gegrüßt und Kerzen angezündet hatte, kam in Indien auch der Elefantenköpfige zu einem Ende. Vyasa verstummte.

Ganesha legte die beschriebenen Pergamente vor ihn. 100 000 Verse waren geschrieben.

Ihm aber knurrte der Magen.

Ich sollte noch etwas essen, bevor ich aufbreche. Mit leerem Bauch reist es sich nicht gut!

Geld, Ruhm oder Glück?

Im und um den Tempel herum ist es plötzlich still. Der katha schweigt. Die Augen geschlossen, denkt er nach – und kein Zuhörer regt sich. Niemand wagt, den Bann des Geschichtenerzählers zu brechen. Sie warten auf das Luftholen des Erzählers, um selbst auch wieder atmen zu dürfen.

Nur Jaimyn bewegt sich. Er greift rasch vor, schnappt sich eine Reistasche vom Teller  – und Sibi: Der versucht die Hand seines Bruders weg zu schlagen; er flüstert:

Hey, ich will die noch verkaufen.

Ah geh’, auf die eine kommt es jetzt auch nicht an.

Auf jede Rupie kommt es an. Nur, wenn du genug Geld hast, hast du Erfolg. Ich will Erfolg! Hier verdienst du nichts, in Kalifornien schon. 

Die können dich doch dort gar nicht verstehen – und du verstehst auch nicht. Schau Onkel an. Schau doch hin! Klar, er spricht Englisch, aber sein Hindi stimmt nicht mehr. Er ist komisch. Er gehört hier nicht mehr dazu – und dort ist er auch nicht daheim.

Er kann etwas erzählen. Mehr als wir.

Nacht ist es geworden. Die feuchte, schwere Luft hinterlässt Tropfen auf der Stirn der Gläubigen. Ihre Spuren schimmern in den staubigen Gesichtern.

Aaaaauuuuummmm, summt plötzlich der katha

Ganesha Elefant Bild grünAls hätte er die Gedanken Ganeshas gehört, beschloss Kubera, Gott des Reichtums, zu einem Fest einzuladen. Zu diesem Fest sollte auch Ganesha kommen; einem Fest so rauschend, so üppig, so umwerfend, dass die Gäste noch Ewigkeiten davon erzählen sollten. Kubera war überzeugt, alle beeindrucken zu können.  Was heißt “beeindrucken”? Überwältigen wollte er seine Gäste.

Die Tische im goldenen Palast bogen sich: Alles, was es in der Welt zu essen gibt, fand man dort: Frittierte Heuschrecken genau so wie zart gebratenen Lammrücken, Mangocreme wie gebackenes Eis, Rote-Beete-Salat wie geeiste Gurke. Es würde noch eine Woche für ganz Alakapuri, seine prächtige Königsstadt reichen, wenn alle Gäste satt waren, dachte Kubera und war zufrieden. Doch hatte er nicht mit Ganeshas Appetit gerechnet.

Während Skanda in der Welt von Krieg zu Krieg zog, kämpfte und siegte, aß Ganesha. Was im Palast an Speisen zu finden war, vertilgte er. Als Kubera schließlich zugab, dass er nichts mehr auftischen konnte, hielt das den Elefantenköpfigen kaum auf. Er machte sich über Geschirr, Möbel und Zierrat her; er fraß fast den gesamten Palast und fast ganz Alakapuri.

Ich habe nichts mehr, Ganesha. Hör auf zu essen!

Doch Ganesha war noch zu hungrig. Er drohte Kubera selbst zu verschlingen. Erschrocken rannte dieser zu Ganeshas Vater.

Oh, glückverheißender Shiva, hilf! Dein Sohn wird nicht satt!

Nicht satt? Was kommst du zu mir? Schick ihn zu seiner Mutter!

In der Tat genügte es, beiläufig zu erwähnen, wie hervorragend die Gottmutter kochte… Ganesha ließ sofort von Kubera ab. Sehnsüchtig trottete er zu Parvati, die ihm modak gab – und war endlich wieder satt. Sein Bauch fühlte sich wohlig warm und rund an.

Was ihn so freute, dass er um seine Eltern tanzte.

Und Skanda?

Nachdem der letzte Friede  ausgehandelt war, vollendete ER seine Runde um die Welt.

Als der Hunger gestillt ist

Sibi tippte seinem Bruder an die Schulter. Er grinste.

Skanda kommt nicht zurück. Wer braucht schon die eine Frau? Frauen gibt es überall.

Er kommt. Du wirst sehen. Er will eine Familie, eine Frau von hier. Auch Onkel lässt Mutter eine für ihn suchen. Nur eine Hindu gibt ihm das, was er braucht. Sie weiß nämlich, wo ihr Platz ist.

Trommelwirbel unterbricht. Denn wenn Ganesha tanzt, drehen sich selbst die Gläubigen im Kreis, umrunden ihre Nachbarn. Dass sie mehr schieben als leichtfüßig tanzen, stört keinen. Die Musik, das begleitende Heulen der Straßenhunde und das Stampfen der Füße übertönt schließlich alles, was noch geflüstert hat.

Ganesha Elefant Bild OrnamentDick ist der kleine Gott, eigentlich kugelrund. Seine Beine sind plump und grob. Trotzdem wirbelt Ganesha herum, springt und folgt der Musik in seinem Kopf. Ganeshas Füße verbreiten seine Freude, sein Wohlbehagen, sein Glück über Gebirge, Wiesen, Flüsse, über Städte, Höfe und Sand. Den Menschen füllte sich das Herz mit Mut, Ideen und Auswegen. So lange tanzte er, bis eine der Wildgänse über den Köpfen der heiligen Familie schnatterte:

Herrin, oh Parvati, freu dich… Skanda ist bald zurück!

Da hielt Ganesha plötzlich still.

Staubig war sein Bruder, verschwitzt und abgekämpft. Der Pfau war schon vor Meilen erschöpft zusammengebrochen. Trotzdem trat Skanda unverzüglich vor seine Eltern hin.

Such mir jetzt eine Frau, Mutter! Ich habe sie verdient.

Wie Ganesha das Recht auf eine Frau verhandelt

Sibi runzelt die Stirn. Diese Wendung der Geschichte behagte ihm nicht.

Na, wenigstens muss Onkel nicht bleiben. Die Frau geht einfach mit ihm mit und gut ist’s.

Und was ist, wenn sie nicht will?

Bei der Vorstellung verdreht Sibi die Augen. Wer hat jemals von einer Frau gehört, die nicht das tut, was ihr Mann sagt? Er wischt den Gedanken zur Seite.

Du sagst selbst, eine Inderin weiß, wo ihr Platz ist.

Jaimyn schweigt, aber der katha summt. Im Licht der Öllampe nimmt man ihn und die Trommler verschwommen wahr. Alle anderen verschluckt die Nacht. So still ist es, dass er seine Stimme kaum mehr erheben musst.

dekorierter Elefant: GaneshaGanesha war mit der Forderung seines Bruders ganz und gar nicht einverstanden. Skanda hätte sich die Frau nicht verdient. Er sei ja viel zu spät zurückgekommen.

Bevor der erschöpfte Skanda vor Wut über seinen Bruder herfallen konnte, trat Parvati dazwischen.

Warum zu spät, Ganesh? Du hast dein Zuhause überhaupt nicht verlassen.

Was soll ich da draußen? Habe ich euch nicht dreimal umtanzt. Dreimal, bevor Skanda eintraf. Und wer, wenn nicht ihr, repräsentiert meine Welt.

Und genau das war der Moment. Jener Moment als Parvati lachte.

Brüder können triumphieren – so kriegen das andere Menschen gar nicht hin. Jaimyn ist keine Ausnahme. Er führt aufreizend langsam eine weitere Reistasche zum Mund und sieht Sibi dabei in die Augen. Sagen muss er nichts.

Parvati suchte ihrem Zweitgeborenen also eine Frau – daraus wurden schließlich sogar drei: Buddhi – die Weisheit, Siddhi – die Klugheit und Riddhi – der Reichtum. Aber auch Skanda ging nicht leer aus. Er bekam die Schwestern Devesena und Valli – die Macht des Handelns und die Macht des Willens. Wie es dazu letztendlich kam, das ist eine noch ganz andere Geschichte, schloss der katha – wohl wissend, dass er diese ganze Nacht hindurch erzählen würde.

Und die Reistaschen?

Sibi verkauft in dieser Nacht keine mehr. Irgendwie ist er auf den Geschmack gekommen – und die allerletzten drei legen er und Jaimyn morgens früh um fünf Uhr auf den Opferteller am Altar. Zur allerletzten Geschichte, zu der im Morgengrauen.

Die Zahl zum Märchen: 70 000 Computerspezialisten verlassen jährlich die indischen Universitäten. Das deckt kaum die nationale Nachfrage. Der überdurchschnittlich hohe Exodus hochgebildeter Söhne und so mancher Tochter in die westlichen Industriestaaten – allen voran USA und Europa – macht Indien schwer zu schaffen.

Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

Der bösen Schwiegermutter das Wort

Wenn die Wölfin heult

Yakchillan: Stadt der grünen Steine

 Hat dir das Märchen gefallen? Dann teile es doch mit deinen Freunden:

Baba Jaga im Mörser
Artikel

Wer ist sie, die Hexe Baba Jaga?

Baba Jaga, sagen die einen, ist eine Hexe. So einfach ist das. Nur ist sie anders als alle Anderen. Das fängt damit an, dass sie keinen Besen fliegt. Besen sind zum Fegen. Und damit basta.

Wenn sie sich schon fortbewegen muss, dann bitte bequem in einem Mörser sitzend, nicht auf einem Holzstab, der zwischen den Beinen zwickt. Ihr Fluggefährt dirigiert sie mit dem Stößel; sie braucht ein Ruder – Mörser fliegen einfach drauflos oder trudeln im Kreis, wenn niemand ihnen sagt, wo es lang geht..

Ihre Hütte: Wo es richtig gemütlich ist

Die Hütte der Baba Jaga Sie verlässt ihre Hütte mitten im Wald nicht gern. Wozu auch?

Einmal steht ihr Hüttchen auf Hühnerbeinen. Damit kann sie so weit fort gehen, wie sie will. Nur will sie meistens nicht. Ihr gefällt der dichte Wald schon ganz gut, wenn er auch mehr und mehr mit diesen Russen bevölkert ist. Überall sind Menschen, riechen verlockend. So gerne würde sie die fressen. Aber mittlerweile sind es viel mehr als sie verdauen könnte.

Vasilia im Garten der Baba Jaga

Trotzdem stecken in ihrem Garten ihre ganz eigenen Rosenkugeln. Statt der Kugel an der Spitze hat sich Totenschädel angebracht. Trophäen aus einer alten Zeit. Die Augenhöhlen glühen, geben Feuer und Licht.

Menschen verpesten überall die Luft. Am schlimmsten sind die christlichen Priester, diejenigen, die den alten Glauben zunichte machen. Vor allem den Glauben an sie. Und diese Priester hinterlassen an allen Ecken und Enden ihre Klöster, ihre Kirchen, ihre Ideen.

Baba Jaga lebt in slawischen Märchen

Sie ist das, was sie immer war: eine schillernde Figur. Eine mit vielen, in den bekanntesten Märchen aber eine mit besonders häßlichen Gesichtern: Ihre Lippen hängen bis zum Kinn. Die Nase wächst lang und krumm, dicke, schwarze Warzen verunstalten ihre Wangen. Eisernen Zähne blitzen.

Wen dieses Bild wenig schreckt, den inspiriert sie. Sie ist Wolke, Mond, Tod, Winter, Schlange, Vogel, Pelikan oder Göttin der Erde…

Ist sie böse? Ist sie gut?

In den Geschichten, die über sie in Umlauf sind, zeigt sie, dass sie beides kann. Wer zu ihr kommt, muss vor allem arbeiten können, muss loyal und ehrlich sein. Aber auf keinen Fall unterwürfig!

Nichts haßt sie so sehr wie Menschen, die sich selbst nicht vertreten können.

der Ritt der Baba Jaga

Wer macht von so einer Schreckschraube schon ein Porträt? Da muss schon ein Mann her, der schon vor langer Zeit ausgezogen war, um das Fürchten zu lernen. Ein Mann wie Iwan Jakowlewitsch Bilibin, am 16. August 1876 geboren, 1942 gestorben. Er zog aus, Baba Jagas Welt zu malen. Gelungen sind ihm die schönsten Märchenbücher der Jahrhundertwende.

Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

Schwester Wanga: Die Alpträume der Baba Jaga

Das Federchen des Finist Hellfalke

Wenn die Wölfin heult

Hat dir das Märchen gefallen? Dann teile es doch mit deinen Freunden:

Reisen
Artikel
0 Kommentare

Orte, wo ich auf Reisen schreiben kann

Schreib-, Küchen- und Wohnzimmertische: Das sind die am häufigsten genannten Plätze, wenn Leute erzählen, wo sie schreiben. Österreicher runzeln da gern die Stirn: “Im Café”, sagen sie. Aber auch Cafés gibt es nicht immer.

Globetrotter müssen beim Schreiben improvisieren. Es soll Länder geben, wo es an Tischen fehlt, auch in Zügen; wo jemand, der alleine sitzt und schreibt oder liest, als “traurig” gilt und aufgeheitert werden muss; wo Hotelzimmer so niedrig und schmal sind, dass es schwierig ist, im Bett aufrecht zu sitzen, geschweige denn dass Tisch und Stuhl vorhanden sind. Trotzdem will und muss ich auf Reisen schreiben, mich für eine oder zwei Stunden auf ein Thema konzentrieren. Bloggen, Geschichten erfinden, Gespräche notieren…

Welche Lieblingsplätze habe ich also, wenn ich unterwegs bin? An welchen Orten verbinde ich Reisen und Schreiben; tauche ich ab, weg in eine andere Welt. Höre nichts, beobachte und denke mir meinen Teil.

Lieblingsplätze?

Notlösungen, nennen es Andere. Diese Orte sind aber meine Favoriten, geordnet nach Prioritäten. Die Liste habe ich nach meinen liebsten Schreiberinnerungen erstellt.

Auf Reisen: Das Schreibplatz-Ranking

Platz 5: Im Bus/Zug oder Auto

Ich fahre gern Auto. Allein. Schlaue Menschen aber, die meinen, besser, schneller und versierter zu fahren, dürfen mich kutschieren. Und nachdem jeder einzelne, den ich kenne, davon überzeugt ist, der beste Autofahrer zu sein, genieße ich mein Leben als Beifahrerin. In Schweigen.

Wenn sich die Fahrer umsehen, um nachzusehen, warum ich so wortkarg bin, wundern sie sich. Zumindest beim ersten Mal. Wie kann es sein, dass ich auf meiner Tasche in ein Notizbuch kritzle? Es gibt doch genügend Gegend zum Beobachten, interessante Gesellschaft und dann… die Ruckelei! Aber ich schreibe und nehme nicht einmal wahr, wenn der Fahrer weiterzappt – Patty Smith durch Rap ersetzt.

Platz 4: Das Bett

Truman Capote liebte es, Sigmund Freud auch – die Reihe derer, die im Liegen schrieben, ist lang. Tintenflecke auf weißem Laken sind heutzutage ja auch kein Ärgernis mehr. Wer schreibt den noch per Hand, mit Kuli oder Feder? Wir greifen einfach zum Nachtkästchen hinüber. Dort liegt Tablet oder Laptop zum Arbeiten bereit. Wir führen ohne der Ahnväter Probleme die Tradition weiter: Im Bett entstehen Geschichten, ja sogar Romane! Das bewies schon Marcel Proust.

Das berühmteste Bett, in dem ich schrieb?  Frida Kahlos Schlaf-, Mal – und Werkstatt… Ihr Bett mussten Arbeiter in das Museum Bellas Artes tragen – mitsamt der Künstlerin. Sie konnte nicht mehr gehen, sollte und wollte der Ausstellung aber beiwohnen.

Auf der berühmten Kante saß ich Jahrzehnte später, notierte und wartete. Es dauerte eine Weile, bis sich die Menschenmenge vom Schlafzimmer in den Garten verlief.

Platz 3: Terasse mit Ausblick

Reisen und der Allgäu, GebirgspanoramaGebirgspanoramen regen die Phantasie an. Vor allem dann, wenn sie in das Licht eines Sonnenuntergangs  getaucht sind. Dafür verbringe ich schon einmal ein paar Stunden auf einer zugigen Terasse: Finger frieren, der Atemhauch rieselt fröstelnd auf das Tischtuch und der Tee vor mir wärmt schon lange nicht mehr.

“Komm schon, wir gehen!”

Nicht doch! Ein Satz geht noch, nur noch einer… warte, da fällt mir ein… nein, fallen mir zwei… oder waren es drei…

Wer auf mich wartet, kann nur hoffen, dass die Sonne bald verschwindet.

Platz 2: Des Menschen ureigene Unterlage

Für Strand, südlichere Gefilde oder die Wüste hat sich dieser Ort leider als ungeeignet erwiesen: Tablets und Laptops laufen warm. Das kann auf Oberschenkeln ziemlich ungemütlich werden.

Dafür muss man gar nicht weit reisen: Teliko Tarnovo, Bulgarien, schafft schon mal 40 Grad Celsius im Sommer. Im April heizte sich mein Tablet dermaßen auf, dass es sich von selbst ausschaltete. Gut so! Denn meine Oberschenkel rauchten…

1. Auf dem Koffer

Flughäfen, Grenzübergänge und Bahnhöfe: ein spezieller Fall. Sie haben des öfteren keine Sitzplätze. Grenzgängern und fahrendem Volk darf es nicht zu bequem gemacht werden!

Tijuana, Mexiko, Grenzübergang zu San Diego, USA, ist keine Ausnahme. Eines Nachts verweigerte der US-Zollbeamte Reisenden den Wartesaal. Der Grund: Das Computersystem sei zusammengebrochen. Wir müssen draußen warten.

Warum?

Vorschrift.

Wie lange?

So lange die Reparatur dauert.

Tijuanas Grenzübergang verlässt niemand nachts freiwillig. Selbst hartgesottene Mexikaner nicht. Wir scharrten uns um die Grenzstation, harrten der Dinge. Die meisten stehend. Von 22 Uhr bis vier Uhr morgens.

In diesen Stunden habe ich meinen Koffer schätzen gelernt! Notizbuch und Stift auch.

Ich hatte viel zu schreiben.

Und du? An welchen Orten schreibst du?

Was sind deine Lieblingsorte? Wo geht dir das Schreiben leicht von der Hand?

 Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

Steckbrief: Wie ein Protagonist entsteht – Teil 1

Perspektive: Wer erzählt denn nun?

Wo ist der beste Platz zum Schreiben?

Hat dir der Artikel gefallen? Dann teile ihn doch:

Das Ergebnis wird besprochen
Artikel
1 Kommentar

28 Tage Bloggen: Das Ergebnis

Redaktionssitzung! Ein Blick auf das Ergebnis von 28 Days of Blogging steht an.

  1. Was ist eigentlich herausgekommen?
  2. Was hat geklappt?
  3. Sind die Ziele erreicht?
  4. Gehört etwas verbessert?
  5. Wenn ja, was?

Die Redaktion hat zum Meeting gebeten.

Zehn Uhr morgens: Leo wartet schon. Die Redaktion gesellt sich zu ihr, einen Plastikbecher Kaffee in der Hand.

10.10 Uhr… Nebiga lugt um die Ecke, fragt erstaunt: Ist es schon soweit? Ohne eine Antwort abzuwarten, eilt sie zurück an ihren Schreibtisch, kommt mit einer großen Tasse Tee zurück, setzt sich.

  • Du bist spät! Was hat dich aufgehalten?
  • Ich schreibe.
  • Noch immer? Bist du echt noch immer nicht fertig?
  • Natürlich nicht! Qualität DAUERT!
  • Willst du behaupten, mein Diätplan ist nicht…
  • Äh… Gut, fangen wir an!

Die Redaktion nimmt einen Schluck Kaffee: Das kann ja heiter werden, denkt sie.

Worüber ich heute sprechen will, ist 28 Days of Blogging. Ich habe mir Notizen gemacht, Zahlen kontrolliert, die Beiträge durchgesehen. Ich erzähle kurz, was unser Plan war, was ihr davon erreicht habt, was nicht. Unterbrecht mich bitte nicht. Diskutieren können wir nachher, ja!

Das Ergebnis: Äußerst zufriedenstellend

Zielvorgabe war folgende: Im Februar sollte es jeden Tag einen Post darüber geben, wie a. ein Artikel-, b. ein Märchen-Post entsteht. Die Themenwahl war frei. Am Ende sollten die Leser zwei lange Beiträge und 26 kürzere Posts vorfinden. Unsere Absicht war es,

  1. Neugier wecken,
  2. zum Nachdenken bringen,
  3. unterhalten,
  4. zeigen, wie wir arbeiten,
  5. Tipps geben,
  6. zum Kommentieren anregen,
  7. selbst Spaß beim Schreiben haben,
  8. neue Ideen von den anderen Bloggern, die mitmachen, bekommen,
  9. Neues darüber lernen, wie man einen Blog organisiert.
  • Mit Zahlen lässt sich jetzt nicht direkt belegen, ob ihr Punkt 1-3 erreicht habt. Da müssten wir eher eine Leserumfrage starten, wenn ihr etwas Aussagekräftiges wollt. Aber die Zahlen geben uns Hinweise: Alles in allem sind die Leserzahlen um 79 Prozent gestiegen, das verdankt ihr vor allem dem Beitrag vom 21. Februar.
  • Welcher war das?
  • Meine große Liebe ist Kunterbuch Nebiga, du brauchst gar nicht so zufrieden zu grinsen!

Weitere Zahlen: 48 Prozent der Leser von 28 Days of Blogging sind übrigens “Wiederholungstäter”. Die Texte sind also vielleicht doch ganz gut angekommen;)

Zu Punkt 4-6:

  • Ich habe mir eure Beiträge angesehen. Einige davon geben ganz klare Tipps zum Thema Schreiben oder Recherchieren. Andere sind eher Lebenstipps, der Beitrag zum Glück zum Beispiel. Ob das unsere Leser mögen, weiß ich noch nicht so genau. Die Zahlen helfen da wenig. Ach, und kommentiert wurde fleißig… toll!

Punkt 7, 8 und 9: Was brachte das täglich Bloggen?

  • Über einen Monat hinweg täglich posten kostet viel Extraarbeit, besonders weil ihr sonst ja höchsten einen Beitrag monatlich schafft. Wie habt ihr euch motiviert?
  • Das Tollste war, dass ich darüber nachdenken musste, wie ich eigentlich arbeite. Wo schreibe ich am liebsten, wo finde ich die richtigen Infos, wie gehe ich mit Resourcen um? Solche Dinge eben. Das macht Spaß, richtig Spaß!
  • Aber es war auch anstrengend. Ja, an manchen Abenden war ich am Limit.
  • Vielleicht solltest du mehr planen!
  • Blödsinn! Du weißt doch, dass ich mich nicht an Pläne nicht halte.
  • Deshalb warten wir ja auch noch immer auf das versprochene Märchen.
  • Kommt ja auch noch! Ich schreib dran… Ihr habt mich weggeholt! Schon vergessen? Sonst wär’ ich vielleicht schon fertig. Nie lasst ihr mir genug Zeit!
  • Beschwer’ dich doch nicht, Nebiga. Zeit ist das, was uns am meisten fehlt.
  • Ich hätte einfach gern die anderen Beiträge bei 28 Days of Blogging mehr verfolgt. Da waren großartige Artikel dabei und die Blogs sind es wert, dass ich sie weiterhin regelmäßig lese: Spunkyrella zum Beispiel oder diephotographin, Gut Essen in München und die Blogging Tipps von Nia, der Organisatorin der Challenge. Es haben aber insgesamt 29 Blogs mitgemacht! Ich hätte gern mehr mitbekommen!

Täglich posten: Leidet die Qualität der Texte?

Die Aufgabe einer Redaktion ist nicht nur, Zahlen zu bewerten. Wenn ein Beitrag viel geklickt wurde, heißt das hinsichtlich des Internets, dass er gut funktioniert. Trotzdem:

  • Einige der Beiträge muss ich mir noch einmal vornehmen – redaktionell überarbeiten. Das ist an kurz gekommen – und das sieht man!
  • Was? Wo? Welcher?
  • Echt? Wo? Welcher?
  • Hey ihr wisst doch, dass ihr nicht perfekt seid!
  • Vom Anderen – ja… 😉

Qualität zeigt sich in den Klickzahlen nur bedingt: Das Ergebnis nach Zahlen zu beurteilen, kann bloß eine grobe Richtung angeben. Es spielen noch andere Faktoren eine Rolle:

  1. Was will das Blog?
  2. Welche Leser zieht es an?
  3. Wie setzt es Sprache ein?

Ein literarisches Blog hat eben andere Ansprüche als ein How-to-Do-Blog – und der liegt in der Sprache, nicht in der Suchmaschienenoptimierung. Das Ergebnis: Wenn Beiträge mehrere Tage zum Entstehen haben, werden Fehler verbessert, die bei einem Tagesbeitrag vielleicht aus Eile stehen bleiben.

Welches Fazit ziehen wir daraus?

Betrachten wir das Ergebnis zeigt sich: 28 Days of Blogging heißt nicht, dass es nach 28 Tagen getan ist. Es geht weiter mit dem

  1. Lesen anderer Blogbeiträge,
  2. Redaktionellem Überarbeiten
  3. Fertigstellen des noch nicht vollendeten, aber versprochenen Märchens aus Indien

Deshalb wurde auch von manchen Blogteilnehmern #lifeafter28daysofblogging eingerichtet.

Was aber sagt das Ergebnis den Teilnehmerinnen der Redaktionssitzung? Fragen wir nach:

  • Alles in Allem: Würdet ihr nächstes Jahr wieder mitmachen?
  • Was für eine Frage… Klar!
  • Bist du verrückt?

Warten wir also auf Februar 2018…

Bis dahin bleibt genug Zeit, um sich wieder spontan zu entscheiden.

 

Leser dieses Artikels interessierten sich auch für

Woher bekomme ich jetzt eine Idee?

Erster Hinweis: Das Zuhause meines Märchens

Wie du dein Thema in Nullkommanix spannend machst

Kein Märchen? Der Grund liegt in 28 Days of Blogging (Hier klicken!)
Teile den Artikel in den sozialen Netzen! :)
lissmann_koehlmeier_titel
Artikel
0 Kommentare

1+1=3 Märchen trifft auf Philosophie

Ein gutes Gespann schafft mehr als die Summe seiner Möglichkeiten:

1: Wer in den deutschsprachigen Landen Sagen und Märchen erzählt, weiß um den Schriftsteller Michael Köhlmeier. Bekannt ist er, weil er die Sagen des klassischen Altertums in der 80teiligen ARD-alpha-Reihe schonungslos und eindrücklich erzählt. Er ist schon längst der Erzähler, auf den man sich bezieht, wenn es Fragen zu griechische Götter, Halbgötter und dem Olymp zu beantworten gilt.

+

1: Was hat in diesem Umfeld Konrad Paul Lissmann verloren? Der Villacher ist Universitätsprofessor für „Methoden der Vermittlung von Philosophie und Ethik“ an der Universität Wien. 2014 hat er sich aufgemacht, die Praxis der Unbildung näher zu beleuchten. Da der streitbare Essayist auf einen ironischen Verstand bauen kann, ist diese Streitschrift polemisch, klar und durchdacht. Mythen und Märchen, Magie, Götter… das alles kann man sich bei ihm eigentlich nicht vorstellen.

=

3: Der Dialog zwischen den beiden ist zu diesem Buch geworden. Mythologisch-philosophische Verführungen nennen die Autoren es. Für mich ist es ein Spaziergang… ein Spaziergang durch die Themen eines Menschenlebens: Arbeit, Macht, Lust, Schönheit, Meisterschaft…

1+1=3

Alte Geschichten mögen die einen sagen, “unrealistisch, Unterhaltung halt” – Da hören wir an einem regnerischen Samstag Nachmittag zu, weil eine gut erzählte Geschichte eben “eine gute Geschichte” ist.

Wenn sich allerdings die Philosophie der Geschichten, der Märchen und Sagen annimmt und zeigt, was noch alles  in ihnen steckt – ja dann… dann erfahren wir, was Märchen eigentlich sind:

  • Vorlagen zum Denken
  • Bewährte Erinnerungen der Menschen vor uns
  • Ausdruck eines kollektiven Gedächtnisses
  • Interpretationsspielraum
  • Ein Stück Weisheit

 

 Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

Meine große Liebe ist Kunterbuch

Steckbrief: Wie ein Protagonist entsteht – Teil 1

Perspektive: Wer erzählt denn nun?

Kein Märchen? Das ist der Grund. (Hier klicken!)
28 Days of Blogging: 2 Tage noch!
Teile den Artikel in den sozialen Netzen! :)

 

Artikel
0 Kommentare

Energie aufladen für den Endspurt!

Ein Moment zum Energie aufladenBevor es richtig losgeht mit meinem Märchen, brauchen wir noch einen Moment: Wir müssen unbedingt Energie aufladen.

Mit Fasching haben wir nämlich nicht gerechnet, als wir die 28 Days of Blogging Challenge angenommen haben. Die Redaktion hat uns auch nicht erinnert. Was uns jetzt in Schwierigkeiten bringt.

Bleibt heute die Frage: Wie bringen wir uns doch noch in die richtige Stimmung zum Schreiben? Noch 4 Tage!

Wie können wir Energie aufladen?

Unsere Antwort: Eine Partie Blödelscrabble…

Die können wir nur empfehlen!

Scrabble am Computer geht auch. Manche sagen, es macht einen Ticken weniger Spaß, aber wir sind keine Experten.

Wir wissen nur eins: Lachen macht den Kopf leicht…

Bei dieser Gelegenheit auch ein Dankeschön an alle, die überhaupt ermöglicht haben, täglich zu bloggen.

Unser ganz besonderer Dank gilt unserem Scrabblepartner! Er meinte auch heute noch:

Ihr schafft das!

 Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

Meine große Liebe ist Kunterbuch

Steckbrief: Wie ein Protagonist entsteht – Teil 1

Was zum Geschichten erfinden dazugehört

Kein Märchen? Das ist der Grund. (Hier klicken!)
28 Days of Blogging: 3 Tage noch!
Teile den Artikel in den sozialen Netzen! :)
Galerie
2 Kommentare

Meine große Liebe ist Kunterbuch

Kunterbuch? Kunterbunt, meinst du wohl?

Nein, ich habe mich nicht vertippt!

Meine große Liebe ist einzig und allein Kunterbuch, Die Buchhandlung! Die Größte für die Kleinen mitten im Herzen Wiens.

kunterbunt_Eingang_tinyIch befinde mich mit meiner großen Liebe in guter und zahleicher Gesellschaft: Kunterbuch wurde mehrmals mit dem Kinderbuchhandlungspreis ausgezeichnet.

Dieser Preis sagt schlicht, dass Kunterbuch die beste Kinderbuchhandlung Österreichs ist.

Kinder aller Altersklassen, Mütter, Väter, Tanten, Onkel, Großmütter und -väter suchen dort Lesestoff und sogar andere, oft kinderlose Erwachsene kommen, um lesbare Mitbringsel zu suchen.

Schuld ist nicht nur die Auszeichnung. Aber eine solche bekommt man halt nicht, wenn man Durchschnitt ist.

Was braucht’s, um große Liebe zu sein?

Kompetenz.

Zwei engagierte Buchhändlerinnen beschäftigen sich mit den Wünschen ihrer kleinen und großen Kunden. Wer auch immer kommt und nach einem Buch fragt, erhält eine fundierte Antwort. Selbst wenn der Autorenname knapp daneben liegt, man nicht so genau weiß, für welche Zielgruppe das Buch überhaupt sein  oder wovon es handeln soll:

  • “War etwas mit B am Anfang”, “handelt von einem scheppernden Ritter und einem blauen Hut”. – Quizfrage 😉
  • “Ich suche etwas für einen Jungen.” “Wie alt ist er denn?” “Pfft, ist der Sohn von meinem Chef, vielleicht vier, nein eher sechs oder acht. Na ja, so halt.”
  • “Interessen? Hat man die schon in dem Alter? Woher soll ich das wissen?”*

kunterbunt_diedamen  Egal, ob verwirrte Väter, ahnungslose Großmütter oder gelangweilte Onkels – kompetent wie Elisabeth Rippar oder Dagmar Harbich sind, gehen die zuvor noch Verzweifelten wenige Sekunden später mit sich zufrieden UND einem richtigen Buch in der Hand aus dem Laden.

Was wirklich hinter Kompetenz steckt?

Leidenschaft.

Die zwei lieben Bücher, Geschichten, Illustrationen und wissen genau, welche Themen “ziehen” und welche nicht. Sie kennen ihre Zielgruppe und haben einen Blick für die fasziniert leuchtenden Augen der Kleinen.

Deshalb kommen auch viele Mütter, Großmütter oder Tanten und  schmökern im Angebot. Sie schauen auch schon einmal mit den Kindern am Nachmittag vorbei. Die Kinder verschwinden in der Kuschel- und Spielecke und probieren ihre Bücher aus…

die große Liebe das BuchWer einfach so vorbeikommt, stöbert, plaudert, fragt, tratscht und genießt, dass die Kinder schmökern.

kunterbunt_KaffeeDass es einen Kaffee gibt, der die nahe gelegenen Kaffeehäuser verblassen lässt, hilft. Und aus einer Viertelstunde wird eine halbe, eine ganze, zwei Stunden.

Zeit verschwindet in diesem kunterbunten Schloß der Bücher.

Nebenbei wächst der Stapel der Wunschbücher mit. Wunschbücher der Großen – und der Kleinen.

Alles gut und schön: Was bedeutet dir das?

“Dein Sohn ist doch schon zu alt, als dass du Bücher für ihn findest!”

Stimmt.

Die große Liebe zur Buchhandlung Kunterbuch hat mich und meinen Sohn begleitet. Mein Sohn ist heute eine Leseratte. Das verdankt er den beiden begeisterten Buchhändler- und Leserinnen! Sie haben ihn regelmäßig mit Lesestoff versorgt, der ihn dauerhaft fasziniert hat.

Für mich ist die Buchhandlung ein Fundus.

Wer hat sich mehr mit Märchen beschäftigt, als die Kinderliteratur? Ich lasse mich beraten, diskutiere Märchenstoff und finde Vieles zu Märchenfiguren.

Bestellen geht übrigens immer!

Außerdem…

das Lächeln im Kunterbuch

Wer – bitte schön – kann diesem Lächeln widerstehen?

  • Buchhandlung Kunterbuch
  • Am Stubenring 20, A-1010 Wien
  • Tel: 0043-1-513 50 93, www.kunterbuch.at
*Fragen wie diese entsprechen der Realität: Ich habe sie dort so gehört!

 Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

Orte, wo ich auf Reisen schreiben kann

Steckbrief: Wie ein Protagonist entsteht – Teil 1

Perspektive: Wer erzählt denn nun?

7 Tage fehlen noch... 
Über Kommentare freuen wir uns immer!
Teile den Artikel in den sozialen Netzen! :)
Perspektive
Artikel
0 Kommentare

Perspektive: Wer erzählt denn nun?

Eine Frage gilt es noch zu klären, bevor ich schreiben kann: Die Perspektive. Wen wähle ich aus, der das Märchen erzählen soll? Anders als in den überlieferten Märchen, gibt es in den Märchen für Globetrotter selten den allwissenden Erzähler. Meist erzählt eine der Figuren – ein Ich, das seine eigene Meinung, seine Erfahrungen und Erlebnisse hat. Die Perspektive zählt; sie bestimmt, wie die Geschichte läuft.

Die Perspektive beschäftigt Autoren mehr, als sie gern zugeben. Sie müssen klären, in welchen Kopf sie schlüpfen müssen, um ihre Geschichte bestmöglich zu erzählen. Das ist bei mir nicht anders.

Die richtige Perspektive für Globetrotter

Meine Globetrotter Märchen erzählen sich gern in der 1. Person, schlüpfen gern in ein Ich. Der Ich-Erzähler hat nämlich unglaublich gute Seiten:

  • Der Fokus ist eindeutig.
  • Es gibt ein zentrales Bewusstsein, das die verschiedenen Personen in Beziehung setzt.
  • Konflikt und Spannung entstehen sofort.
  • Die Ich-Perspektive gibt dem Leser eine Unmittelbarkeit. Man glaubt direkt die Geschehnisse mitzuerleben. Gewinnt der Erzähler, glaubt der Leser selbst zu gewinnen. Verliert er, ist es auch der Verlust des Lesers.
  • Der Ich-Erzähler ist Teil des Dramas.
  • Wenn ein Ich erzählt, bekommt es eine starke Stimme.
  • Diese bestimmt den Ton, den der Autor folgen muss.

Trotzdem ist die Perspektive der 1. Person nicht selbstverständlich für mich. Nicht immer passt sie. Sie hat auch noch ein paar schlechte Seiten. Daher frage ich vor jeder Geschichte:

  • Welche Grenzen sind der 1. Person gesetzt? Der Erzähler kann nur Teile der Geschichte kennen.
  • Wie kommt die wichtige Information in den Text, wenn der Erzähler sie nicht kennen kann.
  • Wie nahe stehe ich dem Erzähler und den von ihm berichteten Geschehnissen?
  • Wie schaffe ich, dass der Erzähler wenig redet und viel zeigt.
  • Was nimmt der, der erzählt die Geschehnisse wahr? Was kann er nicht wissen?

Erst wäge ich ab, wer denn die 1. Person sein könnte. Sie muss Charakter haben und sich auskennen. Wenn die Ich-Perspektive nicht überzeugt, bleiben mir andere Optionen. Die Entscheidung muss aber fallen, bevor ich noch den ersten Satz geschrieben habe.

Eine andere Perspektive erschafft nämlich ein anderes Märchen.

 Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

Steckbrief: Wie ein Protagonist entsteht – Teil 1

Ideen fischen leicht gemacht

Wo ist der beste Platz zum Schreiben?

Bleib auch die restlichen 9 Tage dabei!
Auf Kommentare freuen wir uns immer!
Teile den Artikel in den sozialen Netzen! :)

Elefant Steckbrief

Handelnde Charakter bekommen erst einmal einen Steckbrief. Ein Steckbrief

  • stammt eigentlich aus der Kriminalistik
  • kennt jeder, der Western (WANTED) oder Tatort sieht.
  • gibt knapp und stichpunktartig über die Person Auskunft.
  • zeigt in wenigen Stichpunkten die wichtigsten Merkmale auf.
  • ist für die Gestaltung eines Protagonisten das Skelett.

Wenn ein solcher Steckbrief vor mir liegt, bin ich immer etwas entäuscht. Da habe ich Tage gesammelt, zusammengetragen, mir Zusammenhänge erdacht und sogar ein passendes Foto gesucht. Ich weiß mittlerweile, welche Narbe wo sitzt, ob der Charakter blaue oder grüne Augen hat und was er in seiner Jugend erlebt hat. Manchmal klebe ich sogar noch eine Collage über sein Leben in mein Notizbuch.

Im Steckbrief aber zeigt sich kaum was davon. Ein Blick darauf muss genügen, um den Protagonisten zu erkennen.

Steckbrief: Protagonist 1

  1. Rasse: Asiatischer Elefant
  2. Eigenschaften: klug, naschhaft, unmäßig, kämpferisch, launisch
  3. Ursprung: Indien
  4. Schulterhöhe: Bis zu 4 Meter
  5. Gewicht: bis zu 7, 5 Tonnen
  6. Hauptmerkmal: Sein Rüssel – 40.000 Muskeln sorgen dafür, dass er damit riechen, tasten und greifen kann.
  7. Appetit: 400 kg pro Tag
  8. Weiter Besonderheiten: Herdentier, langlebig

So dürr ist also das Gerüst, auf dem ich ein vollständiges Märchen aufhängen muss.

Demnächst!

Hier ist also mein zweiter Hinweis.

Erratet ihr, wer der Gesuchte ist?

Erster Hinweis: Das Zuhause meines Märchens

Bleib' auch die restlichen 13 Tage dabei!
Teile den Artikel in den sozialen Netzen! :)